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Studien zur Historischen Migrationsforschung (SHM)

herausgegeben von Klaus J. Bade und Jochen Oltmer, begründet von Klaus J. Bade

Bd. 25: Christian Westerhoff, Zwangsarbeit im Ersten Weltkrieg. Deutsche Arbeitskräftepolitik im besetzten Polen und Litauen 1914-1918, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2012, 377 S., 26 Abb., Festeinband, ISBN 978-3-506-77335-7, € 39,90 

  • Zwangsarbeit gehört zu den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte. In Forschung und öffentlicher Debatte wird Zwangsarbeit in der Regel ausschließlich mit dem Zweiten Weltkrieg in Verbindung gebracht. Doch bereits 1914–1918 war die Rekrutierung und Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte im deutschen Machtbereich zunehmend von Zwang gekennzeichnet. 

    Christian Westerhoff schließt eine Forschungslücke, indem er erstmals die Bedingungen, Formen und Folgen von Zwangsarbeit und Zwangsrekrutierung in den besetzten Gebieten Polens und des Baltikums während des Ersten Weltkriegs in den Blick nimmt. Er schildert anschaulich, wie insbesondere die militärisch verwalteten Gebiete des Baltikums zu einem ›Laboratorium‹ der Zwangsarbeit und des ›totalen Kriegs‹ wurden.

Christian Westerhoff, Dr. phil., Historiker und Bibliothekar, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt ›1914-1918-online. International Encyclopedia of the First World War‹ an der FU Berlin.
Erhältlich im Buchhandel oder über: www.schoeningh.de

 

Bd. 24: Johannes Frackowiak, Wanderer im nationalen Niemandsland. Polnische Ethnizität in Mitteldeutschland von 1880 bis zur Gegenwart, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2011, 238 S., 15 Abb., Festeinband, ISBN 978-3-506-77108-7, € 29,90 

  • Integration: der Blick auf vier Generationen

    Um Integrations- und Assimilationsprozesse in einem fremdnationalen und fremdkonfessionellen Umfeld geht es der Studie am Beispiel der polnischen Zuwanderer in das Bitterfelder Braunkohlen- und Industrierevier. Im Mittelpunkt stehen dabei die Hintergründe für ein Verhalten der Zuwanderer, das einerseits auf die soziale und nationale Integration im Gastland gerichtet war, andererseits aber ein Beharren auf ihrer polnischen Identität darstellte. Integration, Assimilation und nationale Identitätsbildung der Betroffenen werden dabei in einem intergenerativen Zugang über bis zu vier Generationen betrachtet.

Johannes Frackowiak, Dr. phil., geb. 1968, ist als Historiker am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. an der Technischen Universität Dresden tätig.
Erhältlich im Buchhandel oder über: www.schoeningh.de

 

Bd. 23: Christiane Reves, Vom Pomeranzengängler zum Großhändler? Netzwerke und Migrationsverhalten der Brentano-Familien im 17. und 18. Jahrhundert, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2012, 369 S., zahlr. Abb., Festeinband, ISBN 978-3-506-77107-0, € 39,90 

  • Erfolgreiche italienische Einwanderer im Deutschland der Frühen Neuzeit

    Heute ist die Präsenz von Italienern in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Weniger bekannt ist jedoch, dass Bewohner der Apeninnhalbinsel auch in vergangenen Jahrhunderten nach Deutschland gekommen sind und hier nachhaltig das wirtschaftliche und kulturelle Leben prägten.
    Die Arbeit befasst sich mit dem ökonomischen und sozialen Aufstieg italienischer Händler, insbesondere der Brentano-Familien, im 17. und 18. Jahrhundert in Deutschland. Ziel ist es, die Funktion von Migrationssystemen zu erschließen, die Bedeutung von Familienverbindungen und Handelsstrukturen in der Migration herauszuarbeiten sowie Mechanismen der Integration auszuweisen.

Dr. Christiane Reves ist Mitglied des Zentrums für Österreichische und Deutsche Studien an der Ben-Gurion-Universität, Beer-Sheva, Israle, und Mitarbeiterin der Konrad-Adenauer-Stiftung, Jerusalem.
Erhältlich im Buchhandel oder über: www.schoeningh.de

 

Bd. 22: Roberto Sala, Fremde Worte. Medien für 'Gastarbeiter' in der Bundesrepublik im Spannungsfeld von Außen- und Sozialpolitik, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2011, 339 S., 9 Abb., Festeinband, ISBN 978-3-506-77106-3, € 44,90 

  • Zwischen Propaganda und Integration: Eine unbekannte Seite der Geschichte der Einwanderung

    Ist von den ›Gastarbeitern‹ die Rede, kreisen die Gedanken um Themen wie das Leben in Baracken, die Blindheit der Ausländerpolitik oder die Herzlosigkeit der Massenanwerbung. Außerhalb dieser gängigen Opfergeschichte finden die vielschichtigen Geschehnisse der Arbeitsmigration in die Bundesrepublik der 1960er und 1970er Jahre kaum Beachtung. Das Buch rekonstruiert die brisante Geschichte der Rundfunksendungen und Zeitschriftungen, die sich speziell an Einwanderer richteten.

Sollten die fremdsprachigen Medien anfänglich die Arbeitsmigranten vor kommunistischen Einflüssen schützen, wurden sie bald zur Zielscheibe der autoritär regierten Herkunftsländer. Obwohl außenpolitische Kontroversen fortwährend auf ihnen lasteten, entwickelten sich aber die fremdsprachigen Medien vor allem zur sozialen Stütze im Alltag der ›Gastarbeiter‹.

Roberto Sala, Dr. phil., geb. 1979, forscht am Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt.
Erhältlich im Buchhandel oder über: www.schoeningh.de

 

Bd. 21: Charlotte E. Haver, Von Salzburg nach Amerika. Mobilität und Kultur einer Gruppe religiöser Emigranten im 17. und 18. Jahrhundert, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2011, 475 S., zahlr. Abb., Festeinband, ISBN 978-3-506-77105-6, € 49,90 

  • Um des Glaubens willen von Salzburg nach Amerika

    Vom katholischen Fürstbischof von Salzburg 1731 wegen ihres lutherischen Glaubens des Landes verwiesen, von pietistischen Kreisen in Augsburg, Halle und London unterstützt, als Kolonisten nahe Savannah im neu gegründeten subtropischen Georgia aufgenommen, gelang es trotz aller Widrigkeiten manchen der ehemaligen Mägde und Knechte, zu Wohlstand zu kommen und zu ›Amerikanern‹ zu werden. Auf den Tausenden Seiten, die ihr Prediger Johann Martin Boltzius nach Deutschland sandte, lässt sich die Akkulturation in Wirtschaft, Religion und Schule verfolgen und z.B. ersehen, wie die Salzburger ihre Traditionen mit der neuen Umwelt verbanden, wie sie Engländern und Indianern begegneten und welche Einstellung sie zur Einführung der Sklaverei hatten. Diskutiert wird zudem, warum es auch nach fast 300 Jahren noch heute die ›Salzburger‹ als Erinnerungsgemeinschaft gibt.

Charlotte E. Haver, Dr. phil. habil., ist Privatdozentin am Historischen Institut der Universität Dortmund.
Erhältlich im Buchhandel oder über: www.schoeningh.de

 

Bd. 20: Anna Lipphardt, VILNE. Die Juden aus Vilnius nach dem Holocaust. Eine transnationale Beziehungsgeschichte, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2010, 545 S., zahlr. Abb., Festeinband (ISBN 978-3-506-77066-0), € 58,- 

  • Auf der Suche nach dem Jerusalem Litauens - Begegnungen in New York, Tel Aviv und Vilnius

    In der allgemeinen Wahrnehmung endet die Geschichte der osteuropäischen Juden mit dem Holocaust. Die vorliegende Studie stellt hingegen ihre facettenreiche Nachkriegsgeschichte in den Mittelpunkt. Sie folgt den Vilner Überlebenden auf dem Weg aus dem sowjetischen Vilnius über die Transit-Stationen in Polen und den DP-Lagern bis in die Aufnahmeländer – und kehrt schließlich zurück in die litauische Hauptstadt, wo erst 1991 wieder eine jüdische Gemeinde gegründet wurde. Indem sie osteuropäisch-jüdische Geschichte, Migrationsforschung, Erinnerungstheorie und empirische Kulturwissenschaft verbindet, bringt sie den Lesern eine vielschichtige Lebenswelt jenseits des Shtetl-Klischees nahe und entwirft ein differenziertes Bild transnationaler jüdischer Kultur-, Erinnerungs- und Trauerarbeit.

Die Studie wurde mit dem Prix de la Fondation Auschwitz 2009 und dem Klaus-Mehnert-Preis der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde 2007 ausgezeichnet.

Dr. Anna Lipphardt ist Fellow am Zukunftskolleg und am Kulturwissenschaftlichen Kolleg der Universität Konstanz.
Erhältlich im Buchhandel oder über: www.schoeningh.de

 

Bd. 19: Christoph Rass, Institutionalisierungsprozesse auf einem internationalen Arbeitsmarkt: Bilaterale Wanderungsverträge in Europa zwischen 1919 und 1974, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2010, 571 S., Festeinband (ISBN 978-3-506-77068-4), € 58,-

  • Die erste komparative Langzeitstudie zu bilateralen Wanderungsverträgen wirft neues Licht auf die Geschichte der Anwerbung von »Gastarbeitern«

    Grenzüberschreitende Arbeitsmigration veränderte Europa im 20. Jahrhundert tiefgreifend. Das vorliegende Buch verbindet die Migrationsgeschichte der achtzehn wichtigsten Zu- und Abwanderungsländer des europäischen Arbeitswanderungssystems vom späten 19. Jahrhundert bis zum Anwerbestopp 1973/74 mit einer differenzierten Analyse der Genese und der Bedeutung von Anwerbeabkommen mit einem das 20. Jahrhundert überspannenden internationalen und komparativen Ansatz.

Dr. Christoph Rass ist Privatdozent für Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Akademischer Oberrat an der RWTH Aachen.
Erhältlich im Buchhandel oder über: www.schoeningh.de

 

Bd. 18: Oliver Trevisiol, Die Einbürgerungspraxis im Deutschen Reich 1871-1945, V&R unipress, Göttingen 2006, 237 S., gebunden (ISBN 3-89971-303-6), € 38,90 

  • Das Deutsche Reich war seit den 1890er Jahren ein Einwanderungsland. Zahlreiche Einwanderer bemühten sich um die Einbürgerung. Dabei lagen die Einbürgerungsraten sowohl im Kaiserreich als auch in der Weimarer Republik wesentlich höher als in der Bundesrepublik. Untersucht wird die Einbürgerungspraxis in Deutschland zwischen der Reichsgründung 1871 und dem Zweiten Weltkrieg anhand des Vergleichs der Entwicklung in Baden, Bayern und Preußen. Aus sozialgeschichtlicher Perspektive wird gefragt, wer wann zu welchen Bedingungen eingebürgert wurde und wie die Einbürgerungsbehörden ihren weiten Ermessensspielraum nutzten.

Außerdem thematisiert die Studie, wie die damaligen Einbürgerungsbehörden mit der heute so brisanten Frage der doppelten Staatsangehörigkeit umgingen. Verdeutlicht werden kann, dass es bei der Entscheidung über einen Einbürgerungsantrag im Verlauf der Zeit immer weniger um den Antragsteller und seine persönliche Situation ging. In den Vordergrund rückte stattdessen immer häufiger der Grad der Erwünschtheit eines Kollektivs, dem der Antragsteller zugerechnet wurde und damit der Nachweis, ob der Einzubürgernde als ›deutschstämmig‹, ›fremdstämmig‹, oder ›kulturfremd‹ anzusehen sei.

Dr. Oliver Trevisiol ist Dezernent für Medienbearbeitung an der Bibliothek der FernUniversität in Hagen.
Erhältlich im Buchhandel oder über: www.v-r.de

 

Bd. 17: Andrea Riecken, Migration und Gesundheitspolitik. Flüchtlinge und Vertriebene in Niedersachsen 1945-1953, V&R unipress, Göttingen 2006, 325 S., gebunden (ISBN 3-89971-202-X), € 46,90 

  • Flüchtlinge und Vertriebene galten unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg als hochgefährliche ›Seuchenträger‹. Aufschluß über ihre gesundheitliche Situation gibt die vorliegende Untersuchung. Sie fragt zugleich nach dem Blick der Gesundheitspolitik auf diese Gruppe und nach den Veränderungen im Gesundheitswesen durch millionenfache Zuwanderung. Das Beispiel des ›Hauptflüchtlingslandes‹ Niedersachsen zeigt, wie sehr sich der gesundheitspolitische Umgang mit den Flüchtlingen und Vertriebenen an dem aus nationalsozialistischer Zeit stammenden Erfahrungswissen orientierte. Die Ergebnisse der niedersächsischen Gesundheitspolitik waren zwiespältig: Sie grenzte Flüchtlinge und Vertriebene aus und wirkte restriktiv durch gezielte Horrormeldungen über die mit deren Eingliederung verbundenen Seuchengefahren. Zugleich führte sie aber auch zu einer nachhaltigen Verbesserung der Gesundheitsfürsorge im Land.
Dr. Andrea Riecken arbeitet als Diplom-Psychologin am Niedersächsischen Landeskrankenhaus Osnabrück und ist Lehrbeauftragte an der Fachhochschule Osnabrück für Soziale Arbeit, Pflegepädagogik und Pflegemanagement.
Erhältlich im Buchhandel oder über: www.v-r.de

 

Bd. 15: Walter D. Kamphoefner, Westfalen in der Neuen Welt. Eine Sozialgeschichte der Auswanderung im 19. Jahrhundert. Erweiterte Neuausgabe, V&R unipress, Göttingen 2006, 293 S., gebunden (ISBN 3-89971-206-4), € 34,-

  • Transatlantische Netzwerke bestimmten in hohem Grade Intensität und Zielrichtung der europäischen Massenauswanderung des 19. Jahrhunderts. Das ist ein zentrales Ergebnis der Pionierarbeit zur deutschen transatlantischen Migration von Walter D. Kamphoefner, die als ein faszinierendes Beispiel einer ›Geschichte von unten‹ in den ›Studien zur Historischen Migrationsforschung‹ in einer erheblich überarbeiteten Neuausgabe vorgelegt wird. Mit Hilfe der Anwendung neuer Methoden und der Erschließung neuer Quellen gelingt es der Studie, die sich auf die preußische Provinz Westfalen, das Osnabrücker Land und das Oldenburger Münsterland konzentriert, weithin getrennt untersuchte europäische und amerikanische Aspekte der Migration miteinander zu verbinden.

Diese transatlantische Perspektive hat die lange Zeit verbreitete These von der ›Entwurzelung‹ der Auswanderer widerlegt und ein mittlerweile herrschendes Paradigma der Migrationsforschung etabliert. Durch die Verkettung personenbezogener Daten aus Auswandererlisten und US-Volkszählungsurlisten kann die Bedeutung der Kettenwanderungen dokumentiert werden, die ganze Dörfer buchstäblich nach Amerika verpflanzten.
Die vorliegende Neuausgabe bietet eine stark erweiterte Version der 1987 erschienenen englischsprachigen Fassung von ›Transplanted Westfalians‹, ergänzt durch einen Überblick zum aktuellen Stand der Forschung zur deutschen transatlantischen Migration des 19. Jahrhunderts.

Walter D. Kamphoefner, Ph.D., ist Professor für Modern History an der Texas A&M University, College Station, Texas / USA.
Erhältlich im Buchhandel oder über: www.v-r.de

 

Bd. 14: Cecilie Hollberg, Deutsche in Venedig im späten Mittelalter. Eine Untersuchung von Testamenten aus dem 15. Jahrhundert, V&R unipress, Göttingen 2005, 294 S. (ISBN 3-89971-207-2), € 29,90 

  • Venedig zieht seit Jahrhunderten viele Fremde in den Bann. Dazu zählten bereits im Mittelalter zahlreiche Deutsche. Galten sie in Venedig als Fremde? Läßt sich rekonstruieren, ob sie sich anders als Einheimische verhielten? Wie stark blieb ihr Kontakt zur Heimat? Eine Annäherung an Antworten auf solche Fragen bietet die Untersuchung von Testamenten als einer einzigartigen Quelle, die einen tiefen Einblick in die lebendige Gemeinschaft der Deutschen in der Lagunenstadt des 15. Jahrhunderts gewinnen läßt: Die meisten unter ihnen waren nicht etwa Kaufleute, sondern Handwerker – vor allem Bäcker und Schuster aus dem oberdeutschen Raum.

Die Deutschen testierten bei venezianischen Notaren über ihr Hab und Gut und sorgten für ihr Seelenheil. Persönliche Angaben über Herkunft oder Beruf liefern ebenso wie geistliche und weltliche Bestimmungen bemerkenswerte Erkenntnisse. Wer sollte für sie beten? Wer sollte sie beerben? Die Testamente werfen Licht auf die Lebensläufe vergessener Menschen.

Dr. Cecilie Hollberg arbeitet als Historikerin am Kulturhistorischen Museum Magdeburg.
Erhältlich im Buchhandel oder über: www.v-r.de

 

Bd. 13: Klaus J. Bade, Sozialhistorische Migrationsforschung. Herausgegeben von Michael Bommes und Jochen Oltmer, V&R unipress, Göttingen 2004, 548 S. (ISBN 3-89971-172-6) € 29,90 

  • Migration war und ist ein ›Normalfall‹ in der Entwicklung europäischer Gesellschaften. Sozialhistorische Migrationsforschung versteht seinen Gegenstand als ein geschlossenes historisches Gesamtphänomen mit unterschiedlichen Erscheinungsformen, Bewegungen und Aspekten. Die Beiträge der Aufsatzsammlung diskutierten zentrale Aspekte in der Entwicklung der deutschen und europäischen Migrationsverhältnisse von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Im Vordergrund steht die Untersuchung von grenzüberschreitenden Wanderungen als Ereignis sozialstruktureller Entwicklung und als komplexes politisches Phänomen und Problem.
    Erhältlich im Buchhandel oder über: www.vr-unipress.de

 

Bd. 12: Alexander Freund, Aufbrüche nach dem Zusammenbruch. Die deutsche Nordamerika-Auswanderung nach dem Zweiten Weltkrieg, V&R unipress, Göttingen 2004, 580 S. (ISBN 3-89971-106-8) € 29,90 

  • Millionen Deutsche wollten nach dem 2. Weltkrieg »raus aus Europa!« – so eine Schlagzeile von 1949. Knapp eine Million wanderten dann in den 1950er Jahren tatsächlich nach Übersee aus, die meisten in die USA und nach Kanada. Über diese größte Auswanderungsbewegung aus Deutschland im 20. Jahrhundert ist nur wenig bekannt. Erstmals werden nun die Erfahrungen der Auswanderer dargestellt. Auf der Grundlage von Zeitzeugen-Interviews und deutschen, kanadischen und amerikanischen Archivdokumenten wird untersucht, in welchen Situationen Deutsche in den 1940er und 1950er Jahren Auswanderung als Alternative zu ihrem Leben in Nachkriegsdeutschland wahrnahmen. Nachgezeichnet wird auch, wie Politiker die Migration von Frauen und Männern, Alleinstehenden und Familien, Einheimischen und Flüchtlingen, Alten und Jungen zu kontrollieren versuchten und wie Betrüger mit den Hoffnungen von Millionen von ›Auswanderungswilligen‹ Profit machten. Analysiert werden zudem die im Prozeß der Auswanderungsentscheidung entstehenden individuellen, familiären und gesellschaftlichen Konflikte.
    Erhältlich im Buchhandel oder über: www.vr-unipress.de

 

Bd. 11: Markus Walz, Region - Profession - Migration. Italienische Zinngießer in Rheinland-Westfalen 1700-1900, Osnabrück 2002, 530 S. (ISBN 3-935326-12-2) € 32,80 

  • Sizilianer betreiben Pizzerien, Venetianer Eissalons; seit dem 16. Jahrhundert gelten bestimmte Alpentäler als typische Herkunftsgebiete einzelner Berufe. 1700–1900 stammte ein Fünftel aller Zinngießer in Rheinland-Westfalen aus Oberitalien. Sie traten als Wandergewerbetreibende, ortsansässige Handwerker und/oder Händler auf, paßten sich durch eine Trennung von Familien- und Betriebssitz mageren Erwerbssituationen an. Die aus Oberitalien stammenden Zinngießer bevorzugten Hilfskräfte derselben Herkunft und lösten so Fernwanderungen ausbildungswilliger Kinder aus. Mit den Ausgebildeten wuchs die Zahl der italienischen Zinngießer und der Ausbildungsplätze. Berufsspezifische Migration erscheint so als eine sich selbst regulierende Facette eines europaweiten sozialen Netzwerks. Italienische Zinngießer lebten ›transnational‹, bevor Nationalstaaten und ›moderne‹ Migrationsstrukturen entstanden. Andere Berufe (Kaminfeger, Bauhandwerker, Künstler) deuten die Übertragbarkeit des Befundes an.
    Leider vergriffen!

Bd. 10: Tobias Brinkmann, Von der Gemeinde zur Community. Jüdische Einwanderer in Chicago 1840-1900, Osnabrück 2002, 484 S. (ISBN 3-935326-12-2) € 29,80 

  • Weit über 100.000 Juden wanderten im 19. Jahrhundert aus Deutschland nach Nordamerika aus. Chicago, Ziel tausender europäischer Einwanderer und Ende des 19. Jahrhunderts eine der weltweit größten Metropolen, etablierte sich schnell als bedeutendes Zentrum jüdischen Lebens in den USA. Die sozial- und kulturgeschichtlich angelegte Studie beleuchtet am Beispiel Chicagos die bislang kaum erforschte ›deutsche Phase‹ der amerikanisch-jüdischen Geschichte. Die Arbeit verbindet dabei vier in der Forschung häufig getrennt behandelte Felder: die deutsch-jüdische und amerikanisch-jüdische Geschichte, die historische Migrationsforschung und die sozialwissenschaftlich geprägte amerikanische Stadtgeschichte. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach der Entwicklung neuer Formen jüdischen Lebens und jüdischer Gemeinschaft in Chicago sowie nach der Rolle von Assimilations- und Ethnisierungsprozessen.
    Leider vergriffen!

Bd. 9: Henriette von Holleuffer, Zwischen Fremde und Fremde. Displaced Persons in Australien, den USA und Kanada 1946-1952, Osnabrück 2001, 416 S. (ISBN 3-932147-19-7), € 26,80

  • Das 20. Jahrhundert war das Jahrhundert der Flüchtlinge, Vertriebenen und Deportierten. Zu den vielen Opfern staatlich sanktionierter Entwurzelung zählten auch die mehr als 8 Millionen ›Displaced Persons‹, auf die die Alliierten während des Zweiten Weltkriegs bei ihrem Vormarsch durch Europa trafen. Es handelte sich um die überlebenden ehemaligen Zwangsarbeiter und befreiten jüdischen und nicht-jüdischen KZ-Häftlinge vorwiegend polnischer, sowjetischer, rumänischer, bulgarischer, ungarischer und jugoslawischer Staatsangehörigkeit. Ausgangspunkt der vergleichenden Untersuchung ist die westalliierte Entscheidung gegen die Zwangsrepatriierung dieser ›Heimatlosen‹ in die sowjetische Hemisphäre und zugunsten ihrer Neuansiedlung in Westeuropa und Übersee. Mehr als 700.000 Displaced Persons fanden in Australien, Kanada und den USA Aufnahme. Die Studie informiert über einwanderungspolitische Visionen und Prinzipien sowie über integrationspolitische Konzepte der Einwanderungsländer USA, Kanada, Australien. Zugleich gewährt sie aber auch Einblicke in Alltag, Ängste, Hoffnungen und Wünsche von Menschen, die den nationalsozialistischen Völkermord überlebt hatten.
    Erhältlich im Buchhandel oder über: www.v-r.de

Bd. 8: Michael Kösters-Kraft, Großbaustelle und Arbeitswanderung. Niederländer beim Bau des Dortmund-Ems-Kanals 1892-1900, Osnabrück 2000, 213 S. (ISBN 3-932147-18-9), € 22,-

  • Niederländer bildeten im deutschen Kaiserreich die drittgrößte, in Preußen sogar die zweitgrößte Ausländergruppe. Dennoch hat die Forschung zur ›Internationalisierung des Arbeitsmarktes‹ im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert den Arbeitsmigranten aus dem nordwesteuropäischen Nachbarland kaum Beachtung geschenkt. Die Fallstudie leistet einen Beitrag zur Schließung dieser Forschungslücke. Sie blickt auf beide Seiten des grenzüberschreitenden Migrationsprozesses. Die Studie erfaßt einerseits die Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Nordostoverijssel und Südostdrenthe, den beiden Hauptherkunftsregionen der niederländischen Arbeitswanderer. Sie fragt andererseits nach ökonomisch-sozialer Entwicklung und staatlich-administrative Regelung in Preußen, nach Arbeiterrekrutierung und nach den Beschäftigungsverhältnisse beim Bau des staatlichen Großprojektes Dortmund-Ems-Kanal.
    Der Band ist leider vergriffen.

Bd. 7: Georg Fertig, Lokales Leben, atlantische Welt. Die Entscheidung zur Auswanderung vom Rhein nach Nordamerika im 18. Jahrhundert, Osnabrück 2000, 466 S. (ISBN 3-932147-17-0), € 28,80

  • Im 18. Jahrhundert wanderten Tausende von Menschen aus den deutschsprachigen Gebieten am Rhein nach Nordamerika aus. Mit dieser ersten transatlantischen Massenwanderung setzte auch eine Debatte über die ›Ursachen‹ der Auswanderung ein: Sie wurden gleichsam ›pathologisch‹ gedeutet, als Alarmsignale, als Zeichen für das Versagen der Territorialstaaten, ihre Untertanen im Lande zu halten. Noch heute finden sich in Migrationsforschung und Migrationspolitik Spuren der Interpretation von Auswanderung als Normabweichung. Die vorliegende Studie kommt zu neuen Ergebnissen: Über eine in das 17. Jahrhundert zurückgreifende Mikroanalyse untersucht sie Bedingungen und lokalen Kontext von Auswanderungsentscheidungen am Beispiel des kleinen Dorfes Göbrichen in der Markgrafschaft Baden-Durlach. Die Ergebnisse werden eingebracht in den größeren Zusammenhang der rheinischen Auswanderung ins koloniale Nordamerika. Migration erweist sich hiernach als eine auch in der frühneuzeitlichen Gesellschaft durchaus normale Handlungsoption. Auswanderer erscheinen weniger als Opfer destabilisierender Prozesse von Bevölkerungswachstum, Mißernten, Krieg und Verelendung und eher als oft bemerkenswert gut informierte, insgesamt durchaus rational agierende und nicht selten auch erfolgreiche Subjekte ihrer eigenen Lebensgeschichte.
    Der Band ist leider vergriffen.

Die Bände SHM 1, 2, 3 sowie 5 und 6 sind kostenlos erhältlich beim IMIS: imis@uni-osnabrueck.de (Bd. 4 ist vergriffen)

Bd. 6: Piet Lourens/Jan Lucassen, Arbeitswanderung und berufliche Spezialisierung: Die lippischen Ziegler im 18. und 19. Jahrhundert, Osnabrück 1999, 206 S. (ISBN 3-930595-58-3)

  • Das kleine nordwestdeutsche Fürstentum Lippe verzeichnete im 18. und 19. Jahrhundert enorme saisonale Arbeitswanderungen. Fast 40 Prozent der Männer gingen jährlich außerhalb des Fürstentums auf Arbeitssuche. Die meisten waren Spezialisten in einem einzigen Beruf und wurden als 'lippische Ziegler' in weiten Teilen Europas bekannt. In geschlossenen Gruppen übernahmen sie in Akkordarbeit alle Arbeitsprozesse bei der Produktion von Ziegeln und Dachpfannen. In einigen Zielgebieten ihrer Wanderung, vornehmlich in den Niederlanden und in Nordwestdeutschland, wurden über lange Zeiträume hinweg neben den lippischen Zieglern kaum andere Arbeitskräfte in den Ziegeleien beschäftigt. Die Studie untersucht die komplexen Prozesse, die zur Entstehung und Entwicklung einer solchen Dominanz einer einzelnen Gruppe aus einem abgegrenzten Herkunftsraum innerhalb eines spezifischen Beschäftigungsbereichs führten. Die Theorie des 'Migrantenberufs' bietet einen tragfähigen Neuansatz zur Interpretation vor dem Hintergrund der übergreifenden historischen Entwicklung von Migration und Arbeitsverhältnissen.

Bd. 5: Uwe Reich, Aus Cottbus und Arnswalde in die Neue Welt. Amerika-Auswanderung aus Ostelbien im 19. Jahrhundert, Osnabrück 1997, 272 S. (ISBN 3-930595-42-7)

  • Die deutsche Massenauswanderung des 19. Jahrhunderts stand in einem untrennbaren Zusammenhang mit dem säkularen Übergangsprozeß von einer vornehmlich feudalen und agrarischen in eine kapitalistische und überwiegend industrielle Gesellschaft. Die vorliegende Studie gehört in den Kontext der neueren Forschungen zur Sozialgeschichte des Wanderungsgeschehens östlich der Elbe im vorigen Jahrhundert. In ihrem Mittelpunkt stehen die Überseewanderung aus den Kreisen Arnswalde und Cottbus und die kontinentale Auswanderung aus dem Regierungsbezirk Frankfurt/Oder. Die Auswertung der Auswanderungsprotokolle, -gesuche und -urkunden von mehr als 13.000 Auswanderern ermöglichte eine exakte Bestimmung der in der Forschung oftmals nur unscharf umrissenen sozialen Zusammensetzung des Wanderungsstromes. Die Analyse von bisher weitgehend unerschlossenen Quellen gibt dabei auch einen tiefen Einblick in die Wirkung wanderungsbestimmender Faktoren auf lokaler Ebene. Das umfangreiche Datenmaterial ermöglichte es außerdem, zumindest einen kleinen Teil der Auswanderer bis in die Zielgebiete nach Südaustralien und Wisconsin zu verfolgen.

Bd. 4: Hannelore Oberpenning, Migration und Fernhandel im ›Tödden-System‹. Wanderhändler aus dem nördlichen Münsterland im mittleren und nördlichen Europa des 18. und 19. Jahrhunderts, Osnabrück 1996, 424 S. (ISBN 3-930595-34-6)

  • Wanderhandelssysteme waren integraler Bestandteil von Wirtschaft und Gesellschaft im vorindustriellen Europa. Trotz ihrer Bedeutung für Entwicklung und Strukturwandel der Märkte blieben sie lange Stiefkinder der Forschung. Zu den bedeutendsten Systemen dieser Art gehörte der im nördlichen Münsterland beheimatete Wanderhandel der ›Tödden‹, der von Nordfrankreich bis zum Baltikum reichte. Das ›Tödden-System‹ verband Groß- und Hausierhandel einer anfangs unterbäuerlichen Schicht. Ihre Lebens- und Arbeitswelt war geprägt durch hohe Mobilität. Aus dem Töddenhandel gingen später namhafte Unternehmen - wie C&A, Hettlage oder Boecker - hervor, deren Traditionslinien bis in die Gegenwart reichen. Die Studie beleuchtet am Beispiel des ›Tödden-Systems‹ Funktionen und Folgewirkungen des Wanderhandels auf dem Weg von der Agrargesellschaft des 17. und 18. Jahrhunderts über die Entfaltung des ländlichen und städtischen Handels im 18. und 19. zur industriellen Markt- und Konsumgesellschaft seit dem späten 19. Jahrhundert.

Bd. 3: Axel Lubinski, Entlassen aus dem Untertanenverband. Die Amerika-Auswanderung aus Mecklenburg-Strelitz im 19. Jahrhundert, Osnabrück 1997, 328 S. (ISBN 3-930595-41-9)

  • Im Deutschland des 19. Jahrhunderts stieg die überseeische Auswanderung, insbesondere in die Vereinigten Staaten, zur Massenbewegung auf. Ihre Hauptausgangsräume verlagerten sich vom Südwesten in den agrarischen Nordosten. Mecklenburg-Strelitz hatte dort eine besonders starke Wanderungsintensität, mit fest eingeschliffenen transatlantischen Wanderungstraditionen und einer nicht minder dichten transatlantischen Kommunikation. Ausgewertet werden u.a. die Personaldaten von rund 16.000 Auswanderern, die in Mecklenburg-Strelitz, ›aus dem Untertanenverband entlassen‹ wurden, um ihr Glück in der Neuen Welt zu suchen. Im Mittelpunkt stehen die konkreten Lebenssituationen der wichtigsten Auswanderergruppen, vor allem der Kontraktarbeiter in den Gutsbetrieben des platten Landes. Mikrokosmos der individuellen Lebenswelt und Makrokosmos von Wirtschafts- und Gesellschaftsentwicklung werden zusammengeschlossen, die Geschichte der Auswanderung wird eingebettet in den Gesamtzusammenhang der Entwicklung von Bevölkerung und Wanderung, Gesellschaft und Wirtschaft im Mecklenburg-Strelitz des 18. und 19. Jahrhunderts.

Bd. 2: René Del Fabbro, Transalpini. Italienische Arbeitswanderung nach Süddeutschland im Kaiserreich 1870-1918, Osnabrück 1996, 320 S. (ISBN 3-930595-40-0)

  • Der Begriff ›Transalpini‹ steht bei Del Fabbro nicht nur für die italienische Arbeitswanderung nach Deutschland im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, sondern auch für den gleichzeitigen Blick auf Ab- und Zuwanderungsgebiete. Es geht in seiner Studie vor allem um die italienischen Arbeitswanderer in Süddeutschland und um das Friaul als ihren wichtigsten Ausgangsraum, in dem sich um die Jahrhundertwende ein regelrechtes ›emigratorisches System‹ etablierte. Es band Zehntausende von Arbeitskräften und deren Familien an die Auslandsarbeit - auf Baustellen, in Ziegeleien, Bergwerken und Stahlhütten, aber auch in vielen anderen Beschäftigungsfeldern und Berufen. Wenige stiegen zu Unternehmern auf, die meisten kehrten zurück, eine Minderheit wandelte sich von Arbeitswanderern zu Einwanderern. Im Gegensatz zu den polnischen war über die italienischen Arbeitswanderer im Kaiserreich bislang wenig bekannt. Del Fabbro schließt diese Forschungslücke - zum Teil auch im Vergleich zu den Polen in anderen deutschen Zuwanderungsgebieten - am Beispiel der Italiener in Süddeutschland.

Bd. 1: Volker Ackermann, Der ›echte‹ Flüchtling. Deutsche Flüchtlinge und Vertriebene aus der DDR 1945-1961, Osnabrück 1995, 318 S. (ISBN 3-930595-32-X)

  • Die Rede vom ›echten‹ Flüchtling ging in Westdeutschland vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Bau der Mauer 1961. Gemeint waren zunächst Deutsche aus den ehemaligen Ostgebieten, nach der doppelten Staatsgründung 1949 dann alle, die aus politischen Gründen die DDR verließen. Im westdeutschen Frontstaat des Kalten Krieges galt die ›Flucht aus dem kommunistischen Machtbereich‹ als politische Abstimmung mit den Füßen. Flucht aus dem Osten war politischer Legitimationsgewinn und zugleich Arbeitskräftezuwachs im Land des ›Wirtschaftswunders‹. Obwohl politische Flüchtlinge im engeren Sinne eindeutig in der Minderheit waren, stabilisierte sich das Idealbild vom ›echten‹ Flüchtling. Die heute wieder aktuelle Debatte um Anerkennung und Aufnahme ›politischer‹ Flüchtlinge aber war in Deutschland auch 1945-1961 nie Auseinandersetzung um Integrationskonzepte allein. Sie war immer auch ein Kampf um den Begriff des Politischen und damit letztlich um das eigene Selbstverständnis.
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