IMIS

Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien


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Neuerscheinungen / new publications

Jochen Oltmer, Migration. Geschichte und Zukunft der Gegenwart, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, 320 S.

Migration, Flucht, Asyl: Die Themen sind allgegenwärtig. Mit der Einordnung der Phänomene aber tut sich die Debatte schwer, auch weil sie geschichtsblind agiert und übersieht, dass sich die Gegenwart der Migration nur durch den Blick auf lange Linien des Wandels weltweiter Wanderungen erklären lässt. Welche Faktoren aber bedingen Migration und Flucht und von welchen Folgen und Effekten ist auszugehen? Antworten auf diese grundlegenden Fragen bietet das Buch von Jochen Oltmer, das nunmehr in einer aktualisierten und deutlich erweiterten Neuauflage erschienen ist: https://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/252455/migration

 

 

Anna-Lisa Müller, Migration, Materialität und Identität. Verortungen zwischen Hier und Dort (Sozialgeographische Bibliothek, Band 21), Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2020, ISBN 978-3-515-12473-7 (auch als E-Book)

Wie leben Menschen ihren Alltag, wenn sie von Berufs wegen häufig umziehen? Um diesen Balanceakt zwischen Hierbleiben und Weggehen zu untersuchen, hat Anna-Lisa Müller Interviews mit hochqualifizierten Menschen aus der Privatwirtschaft, dem Kultursektor und der Wissenschaft geführt.

Die Interviews geben Aufschluss darüber, wie sich Menschen das Leben an und zwischen Orten unterschiedlich einrichten. Ebenso wichtig wie andere Bezugspersonen und ihre Netzwerke sind für sie dabei Dinge: das Cello, das immer wieder über Ländergrenzen hinweg umgezogen wird; das Familienfoto, das in jeder Wohnung steht; aber auch der Motorroller, der nur in einer Stadt wichtig ist, um sich zuhause zu fühlen, oder der Computer, um soziale Medien zu nutzen. Wichtig für das Balancieren zwischen Hier und Dort sind außerdem Verortungen: an dem Ort, an dem man lebt, an den Orten, an denen man gelebt hat, an den Sehnsuchtsorten und zwischen den Orten im transnationalen Netzwerk. Müller zeigt, dass Migrantinnen und Migranten in Relationen von Menschen, Objekten und Orten eingebunden sind und darüber charakteristische Identitäten entwickeln, die Ausdruck ihrer Migrationsbiographie sind. Zum Verlag

Malte Steinbrink/Hannah Niedenführ, Africa on the Move. Migration, Translocal Livelihoods and Rural Development in Sub-Saharan Africa (Springer Geography), Wiesbaden: Springer 2020, ISBN 978-3-030-22840-8 (hardcover), ISBN 978-3-030-22841-5 (e-book)

This book discusses migration and space-spanning social network relationships as normal realities of life in African societies. It offers an overview of the research landscape and introduces an agency-centered theoretical model that provides a conceptual framework for translocality. The authors Malte Steinbrink and Hannah Niedenführ plead for a translocal approach to social transformation, showing how the translocality of livelihoods is shaping the lives of half a billion people on the continent and impacting local conditions. Using an action-oriented approach, the book analyzes the effects of translocal livelihoods on diverse aspects of economic, environmental and social change in rural Sub-Saharan Africa. The study thus makes an innovative contribution not only to migration research and development studies but also to the discussion around the policy and practice of development cooperation and planning. It is time to rethink development in light of translocal realities. - The book appeals to scholars and researchers in geography, sociology, policy-making and planning, development studies, migration research and rural development. Publisher

Jannis Panagiotidis, The Unchosen Ones. Diaspora, Nation, and Migration in Israel and Germany, Bloomington, IN: Indiana University Press 2019, paperback, ISBN 978-0-253-04362-7

Since the refugee crisis of 2015, the topic of migration has moved to the center of global political debates. Despite the frequently invoked notion that current developments are without historical precedent, migration has been a constant feature of contemporary history, particularly in Europe. Jannis Panagiotidis considers a particular type of migration, co-ethnic migration, where migrants seek admission to a country based on their purported ethnicity or nationality being the same as the country of destination. Panagiotidis looks at immigration from Germany to Israel in three individual cases where migrants were not allowed to enter the country. These rejections confound notions of an "open door" or a "return to the homeland" and present contrasting ideas of descent, culture, blood, and race. Panagiotidis shows that migration is never a simple matter of moving from place to place. Questions of historical origins, immigrant selection and screening, and national belonging are deeply ambiguous and complicate migration even in nations that are purported to be ethnically homogenous. Publisher

 

Frank Wolff, Die Mauergesellschaft - Kalter Krieg, Menschenrechte und die deutsch-deutsche Migration 1961-1989, suhrkamp taschenbuch wissenschaft 2297, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2019, ISBN 978-3-518-29897-8, auch als E-Book

Die Mauer sicherte nicht bloß eine Grenze, sie definierte Deutschland im Kalten Krieg. Von der aktiven Befürwortung über die stille Akzeptanz bis hin zum Widerstand einte die geteilte deutsche Gesellschaft, dass sie sich ihrer Existenz nicht entziehen konnte. In seiner brillanten und faktengesättigten Studie zeichnet der Historiker Frank Wolff diese Verhältnisse im Detail nach und zeigt unter anderem, dass die in der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit eher stiefmütterlich behandelte Forderung nach Reisefreiheit, der sich darum in der Bevölkerung entwickelnde Menschenrechtsdiskurs sowie die Ausreisebewegung selbst entscheidend für den Fall der Mauer waren. Zum Verlag

 

Helge Schwiertz, Migration und radikale Demokratie: Politische Selbstorganisierung von migrantischen Jugendlichen in Deutschland und den USA, Bielefeld: transcipt 2019, ISBN 978-3-8376-4832-4 (print) - ISBN 978-3-8394-4832-8 (Open Access E-Book)

Wie gelingt es migrantischen Jugendlichen, zu politischen Subjekten zu werden und für ihre Rechte einzutreten? Wie ist es möglich, sich Herrschaftsverhältnissen zu widersetzen und inwiefern bietet Demokratie hierbei einen Bezugspunkt?

Helge Schwiertz geht diesen Fragen nach, indem er eine radikaldemokratische Theorie entwickelt und diese mit einer qualitativen Studie zur Selbstorganisierung migrantischer Jugendlicher in Deutschland und den USA verbindet. Durch den Dialog von Empirie und Theorie trägt er damit sowohl zu einem differenzierten Verständnis migrantischer Kämpfe als auch zu demokratietheoretischen Debatten bei und zeigt auf, wie Grenzen demokratisiert werden können. Zum Verlag

 

Jochen Oltmer und Nikolaus Barbian, mit Illustrationen von Christine Rösch, Ein Blick in die deutsche Geschichte: Vom Ein- und Auswandern, Berlin: Jacoby & Stuart, 2. überarb. Aufl. 2019, 128 S., ISBN 978-3-946593-08-9, € 19,95 

Vergangenheit und Gegenwart Deutschlands sind gekennzeichnet durch ausgesprochen vielfältige grenzüberschreitende Ab- und Zuwanderungen sowie räumliche Bewegungen im Innern. In einem Jugendsachbuch blicken IMIS-Mitglied Jochen Oltmer und Co-Autor Nikolaus Barbian auf die deutsche Migrationsgeschichte und veranschaulichen an zahlreichen Beispielen, warum sich Menschen entschlossen, Deutschland zu verlassen oder Deutschland als Ziel ihrer Migration zu wählen, warum Einwanderung abgelehnt, aber auch zugelassen worden ist, auf welche Weise und aus welchen Gründen sich Deutschland seit vielen Jahrzehnten zu einer Einwanderungsgesellschaft entwickelte. Zahlreiche Illustrationen von Christine Rösch begleiten und ergänzen die Texte.

Christine Lang, Die Produktion von Diversität in städtischen Verwaltungen. Wandel und Bedeutung von Organisationen in der Migrationsgesellschaft, Wiesbaden: Springer VS 2019, ISBN 978-3-658-25954-9 (Softcover) - ISBN 978-3-658-25955-6 (e-Book)

Wie reagieren öffentliche Organisationen auf die migrationsbedingte Diversität? Das Buch untersucht städtische Verwaltungen und die Beschäftigung von Einwanderern und ihren Nachkommen. Anhand einer organisationssoziologisch basierten Studie zu Berliner Verwaltungen fokussiert es das Zusammenspiel verschiedener Praktiken, Strukturen und Kontexte, in dem Zugänge zur Beschäftigung hervorgebracht werden und sich unter Umständen verändern. Das Buch zeigt sowohl Triebkräfte organisationalen Wandels als auch Beharrungskräfte, die der Öffnung von Verwaltungen entgegenstehen und den Ausschluss von bestimmter ‚Diversität‘ zur Folge haben. Zum Verlag

 

 

Anne Lisa Carstensen, Das Dispositiv Moderne Sklavenarbeit. Umkämpfte Arbeitsverhältnisse in Brasilien, Frankfurt am Main/New York: Campus Verlag 2019, ISBN ISBN 978-3593510484, auch als E-Book

In Brasilien ist vielfach die Rede von "moderner Sklavenarbeit". Die betreffenden Arbeitsverhältnisse sind oft in globale Produktionsnetzwerke eingebunden und durch Migration bedingt. Anhand von Beispielen aus der Bekleidungs- und der Stahlproduktion werden die Strategien von staatlichen Institutionen, sozialen Bewegungen und Gewerkschaften aus repräsentationskritischer und machtanalytischer Perspektive untersucht. Im Zentrum stehen Deutungen, Erfahrungen und Widerstandsstrategien der Arbeiterinnen und Arbeiter. Die Dispositivanalyse wirft ein neues Licht auf die Begriffe Unfreiheit, Entwürdigung und Ausbeutung. Zum Verlag

 

 

Susanne Buckley-Zistel/Ulrike Krause (Hg.), Gender, Violence, Refugees (Studies in Forced Migration, 37), New York/Oxford: Berghahn Books 2019 (paperback), ISBN 978-1-78920-088-1


Providing nuanced accounts of how the social identities of men and women, the context of displacement and the experience or manifestation of violence interact, this collection offers conceptual analyses and in-depth case studies to illustrate how gender relations are affected by displacement, encampment and return. The essays show how these factors lead to various forms of direct, indirect and structural violence. This ranges from discussions of norms reflected in policy documents and practise, the relationship between relief structures and living conditions in camps, to forced military recruitment and forced return, and covers countries in Africa, Asia and Europe. Publisher's page